Elektriker · Ratgeber
Smart Home nachrüsten: Kosten, Aufwand und worauf es ankommt
Veröffentlicht 4. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Smart Home klingt nach großem Umbau. In vielen Fällen ist es das nicht: Wer smarte Beleuchtung, Thermostate oder Steckdosen nachrüsten will, kommt oft ohne große Elektrikerrechnung aus. Wer fest verbaute Unterputz-Lösungen oder eine zentrale Steuerung will, kommt an einem Fachbetrieb nicht vorbei.
Dieser Artikel erklärt, was eine Nachrüstung kostet, welche Geräte Sie selbst einbauen können und wann ein Elektriker gesetzlich vorgeschrieben ist.
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Was können Sie selbst einbauen — und was nicht?
Die Faustformel: Alles, was keinen Eingriff ins Stromnetz erfordert, können technisch versierte Heimwerker selbst machen. Sobald eine Unterputzdose geöffnet oder ein Kabel neu verlegt wird, ist ein Fachbetrieb Pflicht.
Selbst möglich:
- WLAN-Leuchtmittel tauschen (E27/E14, GU10) — wie normale Glühbirnen
- Smarte Steckdosen aufstecken — kein Werkzeug nötig
- Heizkörperthermostate tauschen — in der Regel schraubbar, kein Strom
Nur durch Elektriker:
- Unterputz-Schaltaktoren einbauen — Eingriff in Stromnetz, Fachbetrieb Pflicht
- Zählerschrank erweitern oder neue Sicherungskreise legen — immer Elektriker
- Wallbox installieren — gesetzlich nur durch Fachbetrieb
Welches System passt zur Nachrüstung?
Drei Kategorien dominieren den Markt für Bestandsgebäude:
Einfache WLAN-Geräte (z. B. Philips Hue, IKEA Trådfri, Shelly Plug S) Günstig, einfach, kein zentrales Gateway nötig. Tipp für den Einstieg ohne Elektriker.
Funk-Systeme (Zigbee/Z-Wave/Homematic) (z. B. Homematic IP, FIBARO) Zuverlässiger als reines WLAN, braucht ein zentrales Gateway, aber keine Neuverkabelung. Elektriker nur bei Unterputzlösungen.
KNX (Bussystem) Professionell, lang erprobt, sehr flexibel. Erfordert Neuverkabelung und deutlich höheres Budget — für Sanierung oder Neubau sinnvoll.
Was kostet Smart Home nachrüsten?
Alle Angaben sind Richtwerte, keine Festpreise.
| Leistung | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Smarte Beleuchtung | 50–150 €/Raum | WLAN-Leuchtmittel oder Schaltaktor, ohne Elektriker |
| Heizkörperthermostat | 30–70 €/Stück | Selbsteinbau; setzt kompatibles Ventil voraus |
| Unterputz-Relais | ab 80 €/Gerät | Steuert vorhandene Schalter smart; Elektriker notwendig |
| Vollinstallation (KNX) | 2.000–8.000 € | Mehrere Räume, inklusive Inbetriebnahme |
Produktempfehlungen für den Einstieg
Drei Produkte, die wir für die Nachrüstung ohne Elektriker empfehlen:
Worauf Sie beim Elektriker-Angebot achten sollten
- Schriftliches Angebot mit Festpreis für Material und Arbeitszeit
- Klare Abgrenzung: was macht der Elektriker, was der Hersteller-Support
- Protokoll nach DIN VDE 0100-600 nach Abschluss der Arbeiten
- Angabe des Protokolls (Zigbee/KNX/WLAN) — wichtig für spätere Erweiterung
Häufige Fragen
Muss für jedes Smart-Home-Gerät ein Elektriker? Nicht für jedes. Smarte Steckdosen, WLAN-Lampen oder Heizkörperthermostate lassen sich in der Regel selbst einbauen. Fest verbaute Schalter, Steckdosen mit Schaltaktor oder Wallboxen brauchen zwingend einen Fachbetrieb.
Was kostet ein Elektriker für Smart-Home-Installation? Der Stundensatz liegt in OWL meist zwischen 55 und 90 Euro. Ein einzelnes Unterputz-Relais inklusive Programmierung dauert etwa 30–60 Minuten, Materialkosten zusätzlich.
Welches System empfiehlt sich für Nachrüstung? Für Nachrüstung ohne größeren Eingriff ins Stromnetz empfehlen sich Systeme mit Funk-Protokoll (z. B. Zigbee, Z-Wave oder Homematic). KNX ist das professionellste System, erfordert aber Neuverkabelung und ist deutlich teurer.
Gibt es Förderung für Smart-Home-Nachrüstung? Direkte Förderung für smarte Einzelgeräte gibt es kaum. Wenn die Smart-Home-Steuerung Teil einer energetischen Gesamtsanierung ist (z. B. smart gesteuerte Heizung im Rahmen einer KfW-geförderten Sanierung), kann sie förderfähig sein.
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